Winterlights

Auch wenn das Wetter heute eher nass und trüb daher kommt, hatten wir in den letzten Tagen ein paar wunderschöne Wintertage. Kalt aber sonnig. Also genau richtig um mal wieder auf Foto-Motiv-Suche zu gehen. Dabei hat mich in den letzten Tagen vor allem das Licht fasziniert. Die Sonne steht permanent tief am Himmel und sorgt so für ein fantastisches Farbenspiel oder tolle Reflektionen. Ich war wieder in meiner Nachbarschaft unterwegs. Also Alster und Stadtpark. Ich wünsche euch viel Spaß bei den folgenden Bildern und ein schönen vierten Advent.

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Lost Places: Beelitz Heilstätten

Anbei ein weiteres Highlight aus der Serie Lost Places. Ich war in Beelitz, genauer gesagt auf dem Gelände der ehemaligen Heilstätten. Das Areal liegt ca. 70 Kilometer südwestlich von Berlin. Bis Mitte 2015 waren die Heilstätten ein Lost Place im wahrsten Sinne des Wortes. Seit September 2015 gibt es hier einen Baumkronenpfad, der mehr und mehr Besucher anlockt. Den habe ich aber selbstverständlich gemieden und mich auf eigene Faust auf dem Gelände bewegt.

 

Die Heilstätten sind zwischen 1989 und 1930 von der damaligen Landesversicherungsanstalt als Arbeiter-Lungenheilstätten errichtet worden. Mit über 200 ha Fläche und mehr als 60 Gebäuden (damals streng nach Männer und Frauen getrennt) bildete es eines der größten Krankenhauskomplexe in Deutschland. Die Gebäude sind größtenteils baufällig und daher nicht zu betreten. Eine Ausnahme bildet die ehemalige Chirurgie, die man betreten darf, wenn man den Mann mit dem Schlüssel findet. :-) Aber auch hier gilt: Betreten auf eigene Gefahr. 

 

Die Chirurgie gibt einem einen guten Einblick in die Großzügigkeit und Modernität der damals geplanten Anlage. Jedes Patientenzimmer in der ersten Etage hatte ein Balkon, immer zwei Zimmer teilten sich ein Bad. Jedes Bad wurden mit Fliesen aus Meissen verkleidet: komplett vom Boden über die Wände und die Decken. Die chirurgischen Räume erstrecken sich über die ganze untere Etage. Fahrstühle in allen vier Flügeln verbanden den Keller mit der ersten Etage. Heute ist das gesamte Gebäude natürlich dem Vandalismus ausgesetzt, es sind sämtliche Fensterläden eingeschlagen und die chirurgischen Apparaturen entfernt worden. Aber wenn man die gewaltigen Stahlkonstruktionen der Chirurgie von der Decke baumeln sieht, kann man den Fortschritt der damaligen Zeit erahnen. Der Keller mit nur einem Ein- und Ausgang, hat für ein bißchen Beklemmungen gesorgt. Es kann sich sicher jeder denken, dass hier früher u.a. die Leichen aufbewahrt wurden.

 

Nichts desto Trotz lohnt sich ein Besuch für historisch Interessierte auf jeden Fall. Es muss definitiv festes Schuhwerk getragen werden und die Klamotten sollten auch nicht die besten sein. Ich war nach meinem dreistündigem Besuch so voller Staub, dass sämtliche Klamotten erstmal in die Wäsche gewandert sind.

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Lost Places: Teufelsberg - Berlin

Es wird Zeit, dass ich die Reihe Lost Places auf diesem Blog starte. Lost Places sind im Fotojargon Orte, die dem Zerfall ausgesetzt sind. Davon gibt es eine ganze Menge, die für das fotografische Auge sehr interessant sind. Das betreten solcher Orte ist nicht immer legal.

 

Ich war vor einiger Zeit auf dem Teufelsberg in Berlin - Grunewald. Auf diesem Berg befindet sich eine alte Abhörstation der US-Amerikaner. Das Areal steht seit dem Abzug der Streitkräfte 1991 leer und verfällt zusehends. Heute leben auf dem Gelände Künstler und Alternative, die Einem gegen Eintritt den Zugang zum Gebiet erlauben. Dabei kann man sich für eine geführte Tour entscheiden, bei denen man von Guides begleitet wird, die früher auf dem Gelände gearbeitet haben. Oder aber, man entscheidet sich alleine über das Gelände zu stromern. Um in Ruhe Fotos schießen zu können, sicherlich die beste Wahl. Der Eintritt ist mit 7 Euro in Ordnung. Aber Achtung: Es muss ein Haftungsausschluss unterschrieben werden. Das Gelände ist baufällig, auch in der Höhe nicht gesichert und der Boden uneben. Entsprechend ist Vorsicht geboten.

 

Am bekanntesten ist sicherlich die Aussicht vom Dach. Der Weg dorthin führt durch das Hauptgebäude in dem sich unzählige Graffiti-Künstler verewigt haben. Ich hätte den Aufstieg auf's Dach alleine fast nicht gefunden, wenn nicht ein anderes Fototeam vor Ort gewesen wäre, dass das dunkle, nicht beleuchtete Treppenhaus vor mir entdeckt und ausprobiert hätte. Oben angekommen entschädigt der Blick bei schönem Wetter für so ziemlich alles (auch für die Ängste im stockfinsteren Treppenhaus, dass man nur mit der Taschenlampe des Handys betreten kann und der Frage: Was mache ich hier eigentlich?).

 

Ich hatte gutes Wetter und habe mich alleine auf dem Dach ca. eine Stunde aufgehalten (obwohl das nicht sonderlich groß ist). Aber die Aussicht, der immer wieder anders einfallende Sonnenschein und die unzähligen Kunstwerke auf dem Boden oder an den Wänden bieten genug Stoff zum fotografieren. Glücklicherweise war ich mit dem anderem Fototeam auch alleine vor Ort, was einem auch entsprechend die Zeit und Ruhe gab, sich alles anzuschauen. Die Bilder sind wie immer nur ein kleiner Auszug aus einer ganzen Reihe. Aber sie ermöglichen zumindest einen kleinen Einblick. Der Ausflug zum Teufelsberg ist definitiv seine Reise wert gewesen.

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