Lost Places: Teufelsberg - Berlin

Es wird Zeit, dass ich die Reihe Lost Places auf diesem Blog starte. Lost Places sind im Fotojargon Orte, die dem Zerfall ausgesetzt sind. Davon gibt es eine ganze Menge, die für das fotografische Auge sehr interessant sind. Das betreten solcher Orte ist nicht immer legal.

 

Ich war vor einiger Zeit auf dem Teufelsberg in Berlin - Grunewald. Auf diesem Berg befindet sich eine alte Abhörstation der US-Amerikaner. Das Areal steht seit dem Abzug der Streitkräfte 1991 leer und verfällt zusehends. Heute leben auf dem Gelände Künstler und Alternative, die Einem gegen Eintritt den Zugang zum Gebiet erlauben. Dabei kann man sich für eine geführte Tour entscheiden, bei denen man von Guides begleitet wird, die früher auf dem Gelände gearbeitet haben. Oder aber, man entscheidet sich alleine über das Gelände zu stromern. Um in Ruhe Fotos schießen zu können, sicherlich die beste Wahl. Der Eintritt ist mit 7 Euro in Ordnung. Aber Achtung: Es muss ein Haftungsausschluss unterschrieben werden. Das Gelände ist baufällig, auch in der Höhe nicht gesichert und der Boden uneben. Entsprechend ist Vorsicht geboten.

 

Am bekanntesten ist sicherlich die Aussicht vom Dach. Der Weg dorthin führt durch das Hauptgebäude in dem sich unzählige Graffiti-Künstler verewigt haben. Ich hätte den Aufstieg auf's Dach alleine fast nicht gefunden, wenn nicht ein anderes Fototeam vor Ort gewesen wäre, dass das dunkle, nicht beleuchtete Treppenhaus vor mir entdeckt und ausprobiert hätte. Oben angekommen entschädigt der Blick bei schönem Wetter für so ziemlich alles (auch für die Ängste im stockfinsteren Treppenhaus, dass man nur mit der Taschenlampe des Handys betreten kann und der Frage: Was mache ich hier eigentlich?).

 

Ich hatte gutes Wetter und habe mich alleine auf dem Dach ca. eine Stunde aufgehalten (obwohl das nicht sonderlich groß ist). Aber die Aussicht, der immer wieder anders einfallende Sonnenschein und die unzähligen Kunstwerke auf dem Boden oder an den Wänden bieten genug Stoff zum fotografieren. Glücklicherweise war ich mit dem anderem Fototeam auch alleine vor Ort, was einem auch entsprechend die Zeit und Ruhe gab, sich alles anzuschauen. Die Bilder sind wie immer nur ein kleiner Auszug aus einer ganzen Reihe. Aber sie ermöglichen zumindest einen kleinen Einblick. Der Ausflug zum Teufelsberg ist definitiv seine Reise wert gewesen.






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