Potsdam - by Bike

Ich habe die letzte Woche genutzt um meine Eltern in Potsdam zu besuchen und es mir mal ein bisschen gut gehen zu lassen. Dabei hatte ich Glück: der Wettergott meinte es gut mit mir. Während im Rest von Deutschland mehr oder weniger mieses Wetter herrschte, kam der Raum Berlin / Brandenburg sehr gut weg. So konnte ich neben allerlei Wassersportarten (Kanu fahren, Stand Up Paddeling probieren, schwimmen im See) auch anderweitig aktiv werden. Einen Vormittag habe ich mir das Fahrrad meiner Mama geschnappt und bin   entlang der phantastischen Seenlandschaft ca. 30 km vor mich hingeradelt. Sehr gemütlich und immer mit "Fotoblick". Einen kleinen Einblick möchte ich euch anhand der folgenden Bilder geben.

Angefangen am Griebnitzsee (meine Eltern haben eine Wohnung mit Seezugang -> was will man mehr!) ging es Richtung Klein Glienicke. Ach eine Sache noch: Klein Gleiche z.B. ist schon Berlin und nicht mehr Potsdam. Die Grenze ist so fließend und in Wahrheit bewegt man sich während dieser Tour auch zeitweise in Berlin. Das hier aufzudröseln ist mir aber zu anstrengend, daher werde ich immer von Potsdam schreiben. Vom der historischen Bedeutsamkeit dieser Grenze könnte man wahrscheinlich einen ganz eigenen Artikel schreiben, da diese Grenze auch die Innerdeutsche Grenze bis 1989 darstellt. Aber auch dieses Thema hebe ich mir für später auf.

Also zurück zum Thema: Entlang des wunderschönen Griebnitzsees nach Klein Glienicke. Man passiert das Glienicker Jagdschloss, von dem man allerdings nur das gusseiserne Tor zu sehen bekommt. Mag sein, dass man das Schloss besichtigen kann. Ich habe nicht darauf geachtet und hatte auch nicht die Muße. Ich wollte weiter...

Quasi direkt dahinter kommt man bereits zur Glienicker Brücke. Die Brücke verbindet heute Berlin mit Potsdam. In der Zeit der Teilung Deutschlands war die Glienicker Brücke das Sinnbild der Innerdeutschen Grenze. Hier wurden Agenten und Gefangene ausgetauscht, Fluchtversuche unternommen etc. Ein Gedenkstreifen auf der Brücke zeigt die ehemaligen Grenze an. Anstatt über die Brücke zu fahren bin ich erstmal entlang der Havel weiter durch den Glienicker Park gefahren. Überall sieht man Gebäude die einen stark an die Architektur der Toskana erinnern. Alles Überbleibsel früherer Herrscher, die so Italienverliebt waren, dass sie die Architektur nach Potsdam gebracht haben.

Oben z.B. ist nur eins der Eingangstore in den Glienicker Park. Aber auch hier bin ich nicht abgebogen sondern weiter am Wasser entlang, habe das Ausflugslokal Moorlake passiert und mich dann ein bisschen abgestrampelt um den Berg Richtung St.Peter- und Paul-Kirche zu erklimmen. Hier musste ich dann auch irgendwann mal vom Rad steigen. Erstens war es zu heiß, zweitens zu steil.

Oben angekommen an der Kirche mit russischen Wurzeln (denn ja, russische Architektur findet man hier auch… In einem späteren Blog werde ich euch auch noch die holländischen Einflüsse näher bringen :p) hat man einen wunderschönen Ausblick über den Jungfernsee. Mit den Öffnungszeiten der Kirche muss man ein bisschen Glück haben. So hatte ich leider nicht die Möglichkeit einen Blick in die Kirche zu riskieren.

Wer dort oben eine Pause braucht, kann sich neben der Kirche im Nikolskoe niederlassen. Ein typisches russisches Holzhaus, oder eher ein kleines russisches Gehöft, dass heute als Gaststätte ausgebaut ist.

Von dort oben ging es dann wieder entspannt bergab zum Fähranleger der Pfaueninsel. Die Pfaueninsel trägt ihren Namen wegen der besagten Tiere. Da ich die Insel aber nicht besichtigt habe, möchte ich hier jetzt nicht näher darauf eingehen. Dann ging es unten am Wasser wieder zurück Richtung Glienicker Brücke. Diesmal über die Glienicker Brücke und dann scharf rechts abbiegen an der Berliner Vorstadt vorbei Richtung Neuer Garten. 

Der Neue Garten ist eine Parkanlage die am Heiligen See liegt. Am Heiligen See wohnen Persönlichkeiten wie Günther Jauch, Wolfgang Joop, Nadja Auermann & Co. Im Neuen Garten sehenswert ist u.a. das Schloss Cecilienhof. Ich hätte hier wahrscheinlich ein paar hundert Bilder knipsen können, wenn, ja wenn das Schloss sich nicht in einer Restaurationsphase befinden würde. So bestand die Herausforderung darin, Winkel zu finden, die das Schloss ohne Gerüst zeigen. Zwei dieser Bilder findet ihr unten.

Dann ging es weiter durch den Neuen Garten Richtung Mamorpalais.

Nachdem ich das Mamorpalais passiert hatte, habe ich mich vom Wasser weg bewegt. Ziel war das Belvedere auf dem Pfingstberg. Von dort soll man eine phantastische Aussicht über Potsdam und die Seenlandschaft haben.

Auf dem Weg zum Pfingstberg lief mir noch die Villa der Familie Quandt über den Weg… Oder besser gesagt: Ich lief ihr über dem Weg :p

Dann ging's wieder bergauf zum Belvedere. Auch hier musste ich schieben. Die Architektur hier erinnert mich wieder sehr an Italien. Steht man vor dem Belvedere ist die Aussicht über die Landschaft nur so mittelprächtig. Bäume versperren die Sicht. Also rauf auf das Bauwerk dachte ich mir und die Aussicht genießen. Wetter war ja traumhaft! Und dann das: Die wollten tatsächlich Eintritt… und das auch nicht wenig. Ende vom Lied: Ich war zu geizig. So bin ich nur einmal drum herum gelaufen, habe eine Trinkpause gemacht und habe dann meinen Heimweg angetreten.

Zurück ging es auf dem gleichen Weg: Wieder durch den Neuen Garten am Heiligen See entlang über die Glienicker Brücke zurück zum Griebnitzsee. Dabei lief mir in Glienicke noch die Klein-Glienicker-Kapelle vor die Linse. Und ich habe euch ebenfalls meine Strecke getrackt und angehängt. So ist der Weg für alle ein bisschen transparenter. Ich tracke mit iRunner. Daher sind die Zahlen unten recht im Bild als Meilen zu verstehen.

Ich hoffe, meine kleine Fahrradtour hat euch gefallen. Der nächste Blogpost wird euch eine andere Seite von Potsdam zeigen. Diesmal war ich zu Fuß unterwegs. 

 

Eure Julia


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