Lissabon - ein Tag am Tejo

Meine Mama ist im Februar 60 geworden. Ein Grund, ihr mal eine größere Freude zu machen als die üblichen Glückwünsche und Blumen. Also habe ich mir gedacht, ich schenke uns beiden eine Reise. Mutter-Tochter-Time. Quality-Time. Das Ziel war schnell gefunden: Lissabon!

 

Wir hatten drei volle Tage. An- und Abreise zähle ich jetzt einfach mal nicht. Den ersten Tag haben wir uns komplett am Wasser aufgehalten. Genauer gesagt am Fluss Tejo. An dem liegt Lissabon nämlich. Noch genauer gesagt: Lissabon liegt an der Mündung des Tejo in den Atlantik. Man muss also nur weit genug am Tejo langlaufen und stößt zwangsläufig auf's Meer. Für uns zwei Nordlichter natürlich genau das richtige. 

Wenn man aus der Innenstadt ans Wasser stolpert, dann kann man sie in einiger Entfernung sehen: die Ponte 25 de Abril. Oder auch: die kleine Schwester der Golden Gate Bridge. Sie war unser erstes Ziel. Gut, wir haben die Entfernung etwas unterschätzt und sind doch etwas mehr als eine Stunde gelaufen. Aber es ging immer am Wasser lang und dass ein Hafengelände seinen Charme haben kann, kennen wir ja nun aus Hamburg.

 

Danach ging's weiter am Tejo entlang, immer Richtung Atlantik. Das nächste Ziel war das Denkmal Padrao dos Descombrimenos. Dieses Denkmal versinnbildlicht den Aufbruch der portugiesischen Entdecker in neue Welten. Auf dem Boden findet man ein großes Marmormosaik, das anzeigt, wo Portugal überall Kolonien hatte. Wenn man dies sieht, dann wird einem erst bewusst, was für eine große Seemacht Portugal war und wie viele große Entdecker diese Land in der Vergangenheit hatte.

Direkt neben dem Denkmal befindet sich der Torre de Belem (erstes Foto). Dieser Wehrturm stammt aus der Zeit der portugiesischen Entdecker, die von hier aus in See stachen. Der Turm ist nicht groß und auch über die Mittagszeit hoffnungslos überlaufen. Aber er hat mich fasziniert. Ich habe hunderte Fotos geschossen. Einfach weil mich die Architektur fasziniert hat. Und das Meer und der blaue Himmel im Hintergrund haben ihr übriges getan. Also musste meine Mama sich auch fügen, sich mit mir über eine Stunde lang anstellen und schlussendlich auch noch Geld bezahlen, nur damit ihr Tochter einmal auf diesem alten Turm stehen durfte. Aber für mich hat es sich gelohnt! Hier haben wir uns Schlussendlich fast drei Stunden aufgehalten, auch noch einen Kaffee getrunken und Natas gegessen. Denn wenn die Portugiesen eins können dann ist es guten Kaffee und tolle Süßspeisen.

 

Ebenfalls auf dieser Ecke liegt das Mosteiro dos Jeronimos, das Hieronymuskloster. Ein Besuch lohnt sich schon deshalb, weil es zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Hier sind eine Menge bedeutender Persönlichkeiten Portugals begraben. Der Eintritt in die Kirche ist frei. Aber das reicht schon, um einen Einblick von diesem fantastischen Bauwerk zu erhalten. Die 9 Kilometer zurück in die Innenstadt haben wir dann nicht mehr zu Fuß gemacht. Es war schon später Nachmittag und nach 7 Stunden auf den Beinen waren wir etwas fußlahm. Also ging es mit der Straßenbahn, der Electrico, zurück in die City. Alles in allem hat sich die Tour nach Belem (so heißt der Stadtteil) mehr als gelohnt. Wir waren müde, vom Winde verweht und dennoch total happy.

 

Update zum zweiten Tag folgt in Kürze.

 

Eure Julia

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